Informationen zur CNC-Bearbeitung
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Kohlenstoff- und Legierungswerkstoffe für die CNC-Bearbeitung

In der modernen Fertigung gilt die computergesteuerte numerische Steuerung (CNC) als Schlüsseltechnologie. Sie ermöglicht die präzise und effiziente Produktion komplexer Bauteile in Branchen wie der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Öl- und Gasindustrie sowie der Konsumgüterindustrie. Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht die Auswahl geeigneter Werkstoffe. Metalle wie Stahl dominieren aufgrund ihrer Vielseitigkeit, Festigkeit und Wirtschaftlichkeit. Kohlenstoffstahl und legierter Stahl zählen zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen für die CNC-Bearbeitung. Diese Werkstoffe bieten ein ausgewogenes Verhältnis mechanischer Eigenschaften und eignen sich daher ideal für Anwendungen, die Langlebigkeit, gute Bearbeitbarkeit und Belastbarkeit erfordern.
 
Kohlenstoffstahl, im Wesentlichen eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit einem Kohlenstoffgehalt von 0.05 bis 2 Gewichtsprozent, bildet die Grundlage vieler industrieller Anwendungen. Seine einfache Zusammensetzung – hauptsächlich Eisen und Kohlenstoff, mit Spurenelementen wie Mangan, Silizium, Phosphor, Schwefel und Sauerstoff – ermöglicht Variationen in Härte, Festigkeit und Duktilität je nach Kohlenstoffgehalt. Kohlenstoffarme Stähle sind beispielsweise für ihre ausgezeichnete Schweißbarkeit und Umformbarkeit bekannt, während kohlenstoffreichere Varianten eine höhere Härte und Verschleißfestigkeit bieten. In der CNC-Bearbeitung werden Kohlenstoffstähle aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit und einfachen Verarbeitbarkeit geschätzt und eignen sich daher für die Serienfertigung von Teilen wie Wellen, Bolzen und Befestigungselementen.Legierter Stahl hingegen baut auf Kohlenstoffstahl auf, indem er zusätzliche Legierungselemente wie Chrom, Nickel, Molybdän, Vanadium oder Wolfram enthält. Diese Zusätze verbessern bestimmte Eigenschaften, darunter Korrosionsbeständigkeit, Zugfestigkeit, Zähigkeit und Hitzebeständigkeit, ohne die Verarbeitbarkeit des Grundwerkstoffs wesentlich zu beeinträchtigen.
 
Legierte Stähle werden in niedriglegierte (mit bis zu 8 % Legierungselementen) und hochlegierte Stähle unterteilt, die jeweils für anspruchsvolle Umgebungen optimiert sind. In der CNC-Bearbeitung eignen sie sich hervorragend zur Herstellung von Bauteilen, die extremen Bedingungen standhalten müssen, wie beispielsweise Zahnräder, Achsen und Turbinenschaufeln.Die Wahl zwischen Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl bei der CNC-Bearbeitung hängt von Faktoren wie dem Verwendungszweck des Bauteils, der Umwelteinwirkung, den erforderlichen mechanischen Eigenschaften und dem Budget ab. Während beispielsweise Kohlenstoffstahl für Strukturbauteile unter normalen Bedingungen ausreichen kann, ist legierter Stahl in hochbelasteten oder korrosiven Umgebungen oft unverzichtbar. Das Verständnis der Zusammensetzung, der Eigenschaften, der Güteklassen und des Bearbeitungsverhaltens dieser Werkstoffe ist für Ingenieure und Hersteller entscheidend, um Konstruktionen zu optimieren, Kosten zu senken und die Langlebigkeit der Produkte zu gewährleisten.
 
Dieser Artikel beleuchtet die Feinheiten von Kohlenstoff- und Legierungsstählen als Werkstoffe für die CNC-Bearbeitung. Wir untersuchen ihre Zusammensetzung, wichtigsten Eigenschaften, gängigen Sorten, Aspekte der Bearbeitbarkeit, Anwendungsbereiche und vergleichende Vorteile. Basierend auf etablierten materialwissenschaftlichen Prinzipien und Branchenpraktiken bieten wir Fachleuten einen umfassenden Leitfaden, um diese Stähle effektiv in ihren Projekten einzusetzen. Ob Sie als Konstrukteur Werkstoffe spezifizieren oder als Zerspanungsmechaniker CNC-Bearbeitungen programmieren – das Verständnis dieser Grundlagen kann zu überlegenen Ergebnissen in der Präzisionsfertigung führen.

Kohlenstoffstahl: Eigenschaften, Güteklassen und CNC-Bearbeitbarkeit

Kohlenstoffstahl ist weltweit die am häufigsten produzierte und verwendete Stahlsorte und macht fast 90 % der gesamten Stahlproduktion aus. Seine Klassifizierung basiert hauptsächlich auf dem Kohlenstoffgehalt: niedriggekohlter Stahl (unter 0.30 %), mittelgekohlter Stahl (0.30 % bis 0.60 %) und hochgekohlter Stahl (über 0.60 %). Jede Unterkategorie verleiht dem Stahl spezifische mechanische Eigenschaften, die seine Eignung für die CNC-Bearbeitung beeinflussen.
Ausgehend von kohlenstoffarmen Stählen, die aufgrund ihrer Weichheit und Duktilität oft als Baustähle bezeichnet werden, weisen sie mit einem typischen Kohlenstoffgehalt zwischen 0.05 % und 0.25 % eine ausgezeichnete Umformbarkeit und Schweißbarkeit auf. Mechanisch bieten kohlenstoffarme Stähle Streckgrenzen um 350 MPa und Zugfestigkeiten bis zu 420 MPa, wobei die Bruchdehnung 15 % oder mehr erreicht. Ihre Brinellhärte ist mit etwa 121 relativ gering, was sie sehr gut zerspanbar macht. In der CNC-Bearbeitung sind kohlenstoffarme Stähle wie die Güteklasse 1018 aufgrund ihrer gleichmäßigen Spanbildung und des minimalen Werkzeugverschleißes besonders beliebt. Die Güteklasse 1018, bestehend aus 0.15–0.20 % Kohlenstoff und 0.6–0.9 % Mangan, zeichnet sich durch eine Zugfestigkeit von 65 ksi und eine Streckgrenze von 48 ksi aus. Sie wird häufig für Wellen, Bolzen und Befestigungselemente in der Automobil- und Maschinenbauindustrie eingesetzt, wo Präzision und Wirtschaftlichkeit von größter Bedeutung sind.
 
Mittelgekohlte Stähle schließen die Lücke zwischen Duktilität und Festigkeit mit einem Kohlenstoffgehalt von 0.30 % bis 0.60 %. Diese Stahlsorten bieten eine erhöhte Härte und Zugfestigkeit bei gleichzeitig guter Bearbeitbarkeit. Typische Eigenschaften sind Streckgrenzen von 415 MPa, Zugfestigkeiten von 620 MPa und Bruchdehnungen von 25 % bei einer Brinellhärte von etwa 201. Die Sorte 1045 ist ein Beispiel für diese Kategorie und bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Festigkeit und Bearbeitbarkeit. Mit einem Kohlenstoffgehalt von 0.43–0.50 % und einem Mangangehalt von 0.60–0.90 % erreicht sie nach der Wärmebehandlung eine Zugfestigkeit von 105 ksi und eine Streckgrenze von 60 ksi. Bei der CNC-Bearbeitung von mittelgekohlten Stählen ist eine sorgfältige Parameterwahl erforderlich, um übermäßige Wärmeentwicklung und damit verbundene Kaltverfestigung zu vermeiden. Sie eignen sich ideal für Hydraulikkomponenten, Achsen und Zahnräder, bei denen Schlagfestigkeit erforderlich ist.
 
Hochkohlenstoffstähle mit einem Kohlenstoffgehalt von über 0.60 % zeichnen sich durch Härte und Verschleißfestigkeit aus, weniger durch Duktilität. Zu ihren Eigenschaften gehören Streckgrenzen von bis zu 570 MPa, Zugfestigkeiten von 965 MPa und eine geringe Bruchdehnung von 9 % bei einer Brinellhärte von bis zu 293. Aufgrund ihrer Sprödigkeit und der Neigung zur Bildung harter Späne sind diese Stähle schwieriger zu bearbeiten, weshalb häufig Hartmetallwerkzeuge und Schmierstoffe erforderlich sind. Gängige Sorten wie 1095 (0.90–1.03 % Kohlenstoff) werden für Schneidwerkzeuge, Federn und Messer verwendet. Bei CNC-Anwendungen profitieren hochkohlenstoffhaltige Stähle von einer Vorglühung zur Verbesserung der Bearbeitbarkeit, gefolgt von einer Härtung für den Endeinsatz.
 
Die Zerspanbarkeit von Kohlenstoffstählen nimmt mit steigendem Kohlenstoffgehalt ab. Niedrigkohlenstoffhaltige Varianten weisen hohe Werte auf (bis zu 100 auf dem Zerspanbarkeitsindex), während der Wert bei hochkohlenstoffhaltigen Stählen auf 50–60 sinken kann. Faktoren, die die CNC-Leistung beeinflussen, sind Schnittgeschwindigkeit, Vorschub und Kühlmitteleinsatz. Beispielsweise liegen die optimalen Schnittgeschwindigkeiten für 1018 mit HSS-Werkzeugen im Bereich von 100–150 m/min. Für härtere Stähle werden jedoch Hartmetalleinsätze bevorzugt, um die Werkzeugstandzeit zu verlängern. Die Wärmebehandlung spielt eine entscheidende Rolle: Normalglühen oder Anlassen macht das Material weicher und erleichtert so die Spanabfuhr, während Härten und Anlassen die Endeigenschaften verbessern.
 
Die Einsatzmöglichkeiten von Kohlenstoffstahl in der CNC-Bearbeitung sind vielfältig. In der Automobilindustrie werden niedrig- und mittelgekohlte Stahlsorten für Motorkomponenten, Fahrwerksteile und Aufhängungselemente verwendet. Die Luft- und Raumfahrt nutzt sie für weniger kritische Strukturbauteile, während im Bauwesen ihre Festigkeit bei Befestigungselementen und Halterungen zum Einsatz kommt. Die Öl- und Gasindustrie verwendet hochgekohlte Stähle für Bohrmeißel und Ventile. Insgesamt macht der niedrige Preis von Kohlenstoffstahl – oft 20–30 % günstiger als bei Legierungen – ihn zu einem Standardmaterial für Prototypenbau und Serienfertigung.
 
Trotz der Vorteile bestehen auch Herausforderungen. Kohlenstoffstähle sind ohne Schutzbeschichtungen korrosionsanfällig, was ihren Einsatz im Freien oder auf See einschränkt. Hochkohlenstoffhaltige Stähle können beim Schweißen reißen, wenn sie nicht vorgewärmt werden, und die Bearbeitung kann Grate erzeugen, die entgratet werden müssen. Fortschritte in der CNC-Technologie, wie adaptive Steuerungssysteme, mindern diese Probleme durch optimierte Bearbeitungswege und reduzierte Vibrationen.

Legierter Stahl: Verbesserte Eigenschaften für anspruchsvolle CNC-Anwendungen

Legierter Stahl erweitert die Eigenschaften von Kohlenstoffstahl durch die Zugabe von Legierungselementen, die die Eigenschaften gezielt an spezifische Anforderungen anpassen. Er ist definiert als Stahl mit gezielten Zusätzen über den Kohlenstoffgehalt hinaus (typischerweise 1–50 % Legierungsanteil) und umfasst niedriglegierte Stähle (bis zu 8 % Legierungsanteil) und hochlegierte Varianten. Gängige Elemente wie Chrom verbessern die Korrosionsbeständigkeit, Nickel erhöht die Zähigkeit, Molybdän steigert die Festigkeit bei hohen Temperaturen und Vanadium erhöht die Verschleißfestigkeit.
Niedriglegierte Stähle wie beispielsweise die Güte 4140 (mit 0.38–0.43 % Kohlenstoff, 0.80–1.10 % Chrom und 0.15–0.25 % Molybdän) weisen nach der Wärmebehandlung eine Streckgrenze von ca. 655 MPa und eine Zugfestigkeit von bis zu 950 MPa auf. Ihre Zerspanbarkeit ist mit 65–70 mäßig, und sie lassen sich gut härten und anlassen, um Härtewerte von 28–32 HRC zu erreichen. In der CNC-Bearbeitung werden diese Stähle für hochbelastete Bauteile wie Kurbelwellen, Zahnräder und Achsen im Automobil- und Schwermaschinenbau eingesetzt. Die Legierungselemente reduzieren die Sprödigkeit im Vergleich zu gleichwertigen Kohlenstoffstählen und ermöglichen so eine bessere Schlagfestigkeit.
 
Hochlegierte Stähle enthalten deutlich mehr Legierungselemente, oft über 10 % Chrom, um rostfreie Eigenschaften zu erzielen, ohne jedoch vollständig rostfrei zu sein. Sorten wie 4340 (mit Nickel, Chrom und Molybdän) bieten außergewöhnliche Festigkeit – Streckgrenze bis zu 860 MPa – und Dauerfestigkeit und eignen sich daher für Fahrwerke in der Luft- und Raumfahrt sowie für Komponenten von Ölplattformen. Die Zerspanbarkeit ist aufgrund der höheren Härte geringer (ca. 50), jedoch helfen CNC-Verfahren wie das Trochoidalfräsen, Wärmeentwicklung und Werkzeugverschleiß zu reduzieren.
 
Die Eigenschaften von legierten Stählen variieren stark, umfassen aber im Allgemeinen eine höhere Zugfestigkeit (bis zu 1,200 MPa), bessere Duktilität und überlegene Hitzebeständigkeit im Vergleich zu Kohlenstoffstählen. So behalten legierte Stähle beispielsweise ihre Festigkeit bei Temperaturen über 500 °C und eignen sich daher ideal für Turbinenschaufeln oder petrochemische Ventile. Chromreiche Legierungen weisen eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit auf, wodurch der Bedarf an Beschichtungen reduziert wird.
 
Bei der CNC-Bearbeitung von legierten Stählen sind aufgrund ihrer Zähigkeit Spezialwerkzeuge wie beschichtete Hartmetall- oder Keramikeinsätze erforderlich. Die Schnittparameter umfassen Schnittgeschwindigkeiten von 60–100 m/min für die Schruppbearbeitung und Vorschübe von 0.1–0.2 mm/U, wobei Kühlmittel zur Wärmeabfuhr eingesetzt wird. Vorbehandlungen wie Glühen verbessern die Spankontrolle, während Nachbearbeitungsprozesse die Maßhaltigkeit gewährleisten.
 
Die Anwendungsbereiche erstrecken sich über kritische Sektoren. In der Luft- und Raumfahrt werden legierte Stähle für Motorlager und Strukturrahmen verwendet. Die Automobilindustrie setzt sie für Getriebeteile und Fahrwerksysteme ein. In der Öl- und Gasindustrie werden legierte Stähle für Pipelines und Bohrgestänge verwendet, wo Abriebfestigkeit entscheidend ist. Auch Lager, Federn und Strukturbauteile in Elektronikgehäusen profitieren von ihrer Langlebigkeit.
 
Werkzeugstähle, eine Untergruppe der legierten Stähle, zeichnen sich durch ihre extreme Härte (bis zu 65 HRC) und Abriebfestigkeit aus. Sorten wie H13 mit Chrom und Vanadium werden für Werkzeuge und Formen CNC-gefräst, erfordern jedoch niedrige Schnittgeschwindigkeiten und präzise Aufspannungen, um Risse zu vermeiden.
 
Zu den Herausforderungen bei legierten Stählen zählen die höheren Kosten – oft 50–100 % höher als bei Kohlenstoffstählen – und die Gefahr von Verformungen während der Wärmebehandlung. Ihre verbesserten Eigenschaften rechtfertigen jedoch die Investition in Hochleistungsanwendungen.

Vergleich von Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl bei der CNC-Bearbeitung

Bei der Auswahl zwischen Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl für die CNC-Bearbeitung spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Kohlenstoffstahl ist kostengünstig und leicht zu bearbeiten, wobei niedriggekohlte Sorten eine hervorragende Schweißbarkeit und Umformbarkeit aufweisen. Allerdings ist er weniger korrosions- und hochtemperaturbeständig und daher für raue Umgebungen weniger geeignet.

Legierter Stahl bietet dank gezielter Modifikationen eine insgesamt bessere Leistung hinsichtlich Festigkeit, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit, allerdings auf Kosten der Bearbeitbarkeit und des Preises. Eine Vergleichstabelle verdeutlicht dies beispielsweise:
 
Eigenschaft
Kohlenstoffstahl (z. B. 1045)
Legierter Stahl (z. B. 4140)
Streckgrenze (MPa)
415 bis 570
655 bis 860
Bearbeitbarkeit
Hoch (70-100)
Mäßig (50-70)
Korrosionsbeständigkeit
Niedrig
Mittel bis hoch
Kosten
Niedrig-Mittel
Medium-High
Anwendungen
Allgemeine Struktur
Hochbelastend, korrosiv
 
Im CNC-Bereich eignet sich Kohlenstoffstahl für schnelles Prototyping und unkritische Teile, während legierter Stahl für Präzisionsbauteile unter Belastung bevorzugt wird.
 
Hybride Ansätze, wie die Verwendung von Kohlenstoffstahlkernen mit Legierungsbeschichtungen, können die Vorteile optimieren.

Wesentliche Unterschiede zwischen Kohlenstoffstahl und legiertem Stahl bei der CNC-Bearbeitung

1. Unterschied in der Kernzusammensetzung

Der grundlegende Unterschied liegt in der chemischen Zusammensetzung. Kohlenstoffstahl ist ein Eisenwerkstoff mit 0.0218 % bis 2.11 % Kohlenstoff als Hauptbestandteil und geringem Verunreinigungsgehalt. Er wird nach seinem Kohlenstoffgehalt klassifiziert: Kohlenstoffarmer Stahl (< 0.25 %, z. B. Q235) ist weich und plastisch; mittelgekohlter Stahl (0.25 % bis 0.6 %, z. B. Stahl der Güteklasse 45) bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Festigkeit und Plastizität; hochgekohlter Stahl (> 0.6 %, z. B. T10) ist hart, aber spröde.

Legierter Stahl entsteht durch die gezielte Zugabe von Legierungselementen (Chrom, Nickel usw., Gesamtgehalt 1 % bis einige zehn Prozent) zu Kohlenstoffstahl, wie z. B. 42CrMo für erhöhte Festigkeit und 304 Edelstahl für Korrosionsbeständigkeit, was seine Bearbeitbarkeit grundlegend verändert.

2. Leistungslücke beim CNC-Schneiden

Schnittfestigkeit: Die Schnittfestigkeit von Kohlenstoffstahl hängt vom Kohlenstoffgehalt ab – kohlenstoffarmer Stahl ermöglicht hohe Schnittgeschwindigkeiten, mittelkohlenstoffreicher Stahl ist kostengünstig, und kohlenstoffreicher Stahl erfordert geringere Schnittgeschwindigkeiten. Die Schnittfestigkeit von legiertem Stahl ist aufgrund der harten Karbide aus den Legierungselementen 20–50 % höher als die von kohlenstoffreichem Stahl.

Wärmeableitung: Kohlenstoffstahl besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit, wodurch die Bearbeitungstemperaturen niedrig und der Werkzeugverschleiß gering bleiben. Legierter Stahl leitet Wärme schlecht ab, wobei die Schneidentemperaturen oft 800 °C überschreiten (z. B. Edelstahl 304). Dies erfordert eine Hochdruckkühlung, um Werkzeugschäden und Werkstückverbrennungen zu vermeiden.

3. Kriterien für die Werkzeugauswahl

Kohlenstoffstahl: Geringe Anforderungen – HSS oder Hartmetall für niedrig- und mittelgekohlten Stahl; hochkobalthaltiges Hartmetall (z. B. YG8) für hochgekohlten Stahl. Es werden unbeschichtete oder TiCN-beschichtete Werkzeuge verwendet, mit scharfen Schneiden (< 0.1 mm) für niedriggekohlten Stahl und geschliffenen Schneiden (0.1–0.2 mm) für mittel- und hochgekohlten Stahl.

Legierter Stahl: Hohe Anforderungen – TiAlN/CrN-Beschichtungen, verbesserte Schärfkanten (0.2~0.5 mm) und Hochleistungswerkzeugmaterialien, um hohen Temperaturen und Stößen standzuhalten.

4. Anwendungsszenarien und Auswahlvorschläge

Niedriggekohlter Stahl (10#, Q235): Geeignet für Bolzen, Gehäuse – kostengünstig, hohe Effizienz.

Mittelkohlenstoffstahl (45#): Ideal für Zahnräder und Wellen – ausgewogene Leistung, die beste Qualität

Übliches Werkstattmaterial.

Hochkohlenstoffstahl (T8, T10): Wird für Werkzeuge und Formen verwendet – erfordert langsame Drehzahl und starke Kühlung.

Legierter Stahl (42CrMo, 304): Geeignet für Kurbelwellen in der Automobilindustrie, Teile für die Luftfahrt – erfüllt trotz hoher Kosten strenge Leistungsanforderungen.

6. Zusammenfassung

Die Bearbeitungsunterschiede zwischen den beiden Stählen beruhen auf Unterschieden in ihrer Zusammensetzung. Durch die Beherrschung dieser Unterschiede lässt sich der Werkzeugverschleiß um über 30 % reduzieren und die Effizienz um 20 % steigern. Der Aufbau einer Datenbank zu Material, Werkzeug und Prozess trägt dazu bei, das optimale Verhältnis zwischen Kosten und Effizienz bei der hochpräzisen CNC-Bearbeitung zu erreichen.

Überlegungen und bewährte Vorgehensweisen zur Bearbeitung

Für eine effektive CNC-Bearbeitung von Kohlenstoff- und legierten Stählen sind Werkzeuge, Parameter und Techniken entscheidend. Hartmetallwerkzeuge sind Standard, für legierte Stähle können jedoch CVD-beschichtete Varianten für eine längere Standzeit erforderlich sein. Kühlschmierstoffe verhindern Überhitzung, insbesondere bei hochkohlenstoffhaltigen oder zu Kaltverfestigung neigenden Legierungsstählen.
 
Die Parameter variieren: Für Kohlenstoffstähle werden höhere Schnittgeschwindigkeiten (120–180 m/min) und Vorschübe (0.15–0.3 mm/U) empfohlen; für Legierungen niedrigere (80–120 m/min) zur Wärmeableitung. Stabile Maschineneinstellungen minimieren Vibrationen, und die CAM-Software optimiert die Bearbeitungswege für maximale Effizienz.
 
Zu den häufigsten Herausforderungen zählen die Spankontrolle – hierfür sind Spanbrecher erforderlich – und die Oberflächengüte, die durch Polieren verbessert wird. Sicherheitsvorkehrungen, wie beispielsweise eine ausreichende Belüftung für Dämpfe, sind unerlässlich.
 
Fortschritte wie die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung (HSM) und die Kryokühlung verbessern die Ergebnisse für diese Werkstoffe.

Fazit

Kohlenstoff- und legierte Stähle sind in der CNC-Bearbeitung weiterhin unverzichtbar und bieten ein breites Spektrum an Eigenschaften – von kostengünstigen und einfach zu verarbeitenden Kohlenstoffstählen bis hin zu erhöhter Haltbarkeit bei legierten Stählen. Durch das Verständnis ihrer Zusammensetzung, Güteklassen und Eigenschaften können Hersteller die optimale Wahl für Anwendungen treffen, die von alltäglichen Verbindungselementen bis hin zu Bauteilen für die Luft- und Raumfahrt reichen. Mit dem technologischen Fortschritt werden diese Werkstoffe auch weiterhin Innovationen in der Präzisionstechnik vorantreiben und dabei Leistung und Praktikabilität in Einklang bringen.